Feuriger Spanier – Seat lässt im April den Leon Cupra los

Feuriger Spanier – Seat lässt im April den Leon Cupra los
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Klare Kante – Seat Leon Cupra mit neuer Schürze

Fasten Seat Belts- was man bislang nur aus dem Flugzeug kannte, wird nun auch im Auto zur Notwendigkeit, denn Seat lässt mit dem Leon Cupra ein Kraftpaket auf die Straße, was man nur angeschnallt genießen sollte.

Da guckst Du nur

Der Leon von Seat macht sich. Der auf der Golf Plattform basierende Spanier war bislang optisch schon ein echter Hingucker, nun kommt Begeisterung auch bei den Motoren auf. Der Leon Cupra steht ab April in den Startlöchern und gibt mit 280 PS mächtig Gas. Klar, dass soviel Potenz auch nach aussen dringen darf. Sportliche Schürzen, 19 Zoll Alufelgen und ein dynamischer Look im Innenraum machen ordentlich was her, wenngleich es mitunter auch etwas gewöhnungsbedürftig ist, derart extrovertiert an der Ampel zu stehen.

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Sportlich durch und durch

Innen dann das gleiche Bild. Sportlichkeit durch und durch, wenngleich auch ein wenig langweilig serviert, denn ausser den perfekten Sportsitzen aus dem VW-Regal, dem üblichen Sportlenkrad mit drei Speichen und ein wenig Carbon-Style Chichi ist der Leon Cupra im Innenraum von seinen anderen Brüdern nicht zu unterscheiden.Aber das macht fast gar nichts, denn so profitiert auch er von der durchdachten Bedienung, der guten Raumökonomie und der ordentlichen Verarbeitung. Warum man allerdings an den Türverkleidungen ein weiße Band aus Plastik aufnähen musste und dies nicht mal besonders präzise erledigte, belibt das Geheimnis der Seat- Marketingabteilung. Weniger wäre hier mehr.

Seat Leon Cupra

Der geht ab

Doch so richtig viel Zeit sich über diesen Lapsus zu ärgern bleibt nicht, denn wenn der Vierzylinder Turbomotor erstmal läuft und die Bahn frei ist, macht der Leon Cupra einfach nur Spaß. Er ist dabei nicht der knochenharte Bolzer, sondern vermittelt vielmehr auf charmante Art seine Potenz. Klar, wer drauftritt, der bekommt, was er sucht aber in Wirklichkeit ist der Seat Leon einfach nur ein extrem gut motorisierter Kompakter. Wenn er will geht er 250 km/h und ist in unter 6 Sekunden auf 100 km/h, doch wo kann man das noch fahren? Aber mal kurz auf der Landstraße überholen oder auf der freien Autobahn beschleunigen, das geht, das kann er und das macht auch Spaß.

Fast ein Sonderangebot

In Sachen Verbrauch ist der Leon Cupra dabei eher harmlos. Mehr als 10 Liter auf 100 Kilometern werden es in Realität fast nie und wer sich zurückhält, kommt mit 7-8 Litern aus. Schuld daran sind Effizienzmaßnahmen und die individuell anpassbaren Fahrprogramme. Denn das Performance Programm braucht man wirklich nur in Ausnahmefällen; im Alltag bewährt sich die Standardkonfiguration. 33.810 Euro sind ab April auf den Scheck des Seat Händlers zu schreiben, will man den gut ausgestatteten 280 PS Leon Cupra sein eigen nennen. Damit ist der Seat günstiger, als der vergleichbare Golf R. Schicker ist er sowieso.

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Fazit: Seat spielt das Blatt Leon jetzt vollständig aus. Nach dem gelungenen Start des Grundmodells und einem tollen Kombi füllen die Spanier die Lücken langsam auf. Der Cupra ist zwar nur ein Nischenprodukt, macht aber deutlich, wie gut seat das Spiel auf der Modellklaviatur beherrscht. Er ist erste Wahl, wenn es darum geht in der Kompaktklasse einen wirklich schicken und verdammt schnellen Allrounder für akzeptables Geld zu bekommen.

Polo Facelift – Mutti wird ihn lieben

Polo Facelift – Mutti wird ihn lieben

 

 

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Wenn Volkswagen einen neuen Polo präsentiert, passiert erst einmal nichts. Denn, spektakuläre Überraschungen blieben bei den fünf Generationen, die die Wolfsburger seit 1975 von dem kompakten Fronttriebler auf den Markt brachten, weitgehend aus. Die Kundschaft liebt, genau wie beim Golf, die zurückhaltende Art des Polo und schätzt dessen klassenübergreifende Reputation. Mit einem Polo macht man nichts verkehrt, mit einem Polo fällt man nicht auf. Im Guten, wie im Schlechten.

 

 

Keine Experimente

 

Diesem Grundsatz, folgt auch der von VW etwas hochtrabend angekündigte „Neue Polo“. So neu ist der, in seinen Ausmaßen nahezu unverändert auftretende, Kompakte jedoch nicht. Man muss schon genau hinsehen, um die marginalen Änderungen an der Karosserie zu bemerken, denn teure Änderungen am Blech sparte sich VW. Renoviert wurde, was preiswert war. Scheinwerfer und Rückleuchten (jetzt optional in LED Technik) sind etwas moderner, dazu neue Schürzen und ein paar neue Trendfarben. Zurückhaltend auch die Änderungen im Innenraum. Ein neues Kombiinstrument, sowie einige (billig wirkende) Blenden rund um die neu gestaltete Heizungsbetätigung fallen kaum auf, waren aber auch nicht nötig, denn so richtig unansehnlich war der Vorgänger in dieser Beziehung nicht.

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Im Detail geändert – Der neue Polo

Neuheiten unter dem Blech

 

Unter dem Blech hat VW dagegen nahezu alles auf Links gedreht. Im Polo der neuesten Generation findet sich High-Tech vom Feinsten. Angefangen bei den deutlich sparsameren Motoren, die nun alle die Euro 6 Norm erfüllen, über eine elektromechanische Servolenkung, bis hin zu einem verstellbaren Sportfahrwerk, bietet der Polo Golf-Technik in kleinerer Verpackung. Neues auch bei den Motoren. Aus dem Konzern-Baukastensystem entstand ein Dreizylinder Common-Rail Dieselmotor mit leichtem Aluminiumkurbelgehäuse und wassergekühltem Ladeluftkühler. Mit 1,4 Litern Hubraum leistet der Selbstzünder zwischen 55 kW / 75 PS und 77 kW/105 PS. Dazwischen rangiert eine 66kW / 90 PS Version, die vermutlich den größten Verkaufsanteil haben wird.

 

Sportmodelle in Planung

 

Neben aller Wirtschaftlichkeit spielte bei den Polo Kunden seit Generationen aber auch die Sportlichkeit eine wichtige Rolle. War es zu Beginn der Kariere noch ein 75 PS starker Polo GT, der die Söhne den Polo-Schlüssel vom Schlüsselbord stibitzen ließ, so steigerte VW in den 90er Jahren das Feuer unter der Haube auf 113 PS. Der Polo G40 avancierte damals zum heißesten Gerät seiner Klasse. Zwei Jahrzehnte später bietet Volkswagen mit dem Polo GTI mit 141 kW / 192 PS ab dem Sommer das neue Spitzenmodell an. Und auch der GT Blue motion wird in erstarkter Form zurückkehren. Statt 103 kW / 140 PS lässt Volkswagen dann 110 kW / 150 auf die Vorderräder los. Ob auch der Allradantriebe 4motion in diesem Modell zum Einsatz kommen wird, ist derzeit noch nicht klar, wenngleich auch der auf identischer Plattform gebaute Audi S1 zu Spekulationen einlädt.

 

Sicherheit auf Phaeton-Niveau

 

Die eigentliche Überraschung des neuen Polo liegt im Bereich der Elektronik verborgen. Hier hat Volkswagen den vorwiegend im Stadtverkehr eingesetzten Kleinwagen mit den neuesten Sicherheits- und Assitenzsystemen ausgestattet, die der Konzern derzeit zu bieten hat. Serienmäßig gehört dazu die Multikollisionsbremse, die den Polo nach einem registriertem Crash selbstständig abbremst. Ein Müdigkeitssensor samt Regensensor gibt es optional, ebenso wie den Unfall verhindernden Front Assist, der mittels Radarsensor den vorausfahrenden Verkehr kontrolliert, im Ernstfall die Bremse „vorspannt“ und so einer verspäteten Reaktion des Fahrers die Gefährlichkeit nimmt. Zu diesem Feature gehört auch die City-Notbremsfunktion, mit der der Polo bis 30 km/h bei einer verzögerten Reaktionen des Fahrers im Kollisionsfall selbstständig zum Stehen kommt.

 

Die Apps an Bord

 

Sicher ist der Polo also, doch wie steht es um den Lifestyle. Hier musste VW bislang Herstellern wie Opel mit dem Adam das Feld überlassen, die mit modernen Radiogeräten den Kunden die Möglichkeiten boten, ihre Handys samt Apps problemlos ins Fahrzeug zu integrieren. Damit ist jetzt Schluss, denn ein App-fähiges Radiosystem in verschiedenen Ausbaustufen schafft den Anschluss an die Konkurrenz. Wenn gewünscht, sorgt ein hoch auflösender Touch-Bildschirm mit zahllosen Funktionen für zeitgemäße Unterhaltung und Navigation. Dazu kann das Gerät ausgesuchte Apps abbilden, die sich dann am Radio bedienen lassen. Das funktioniert derzeit zwar nur mit Android-Geräten, doch bei VW arbeitet man auch an Lösungen für Apple-Produkte.

 

Fazit: Volkswagen landet mit dem renovierten Polo einen Volltreffer. Das Auto übernimmt technisch die Führung im Segment und bietet zudem eine Vielzahl von Individualisierungsmaßnahmen. Das Update gibt es zudem kostenlos, denn der Grundpreis des ab Frühjahr erhältlichen Polo bleibt mit 12.450 Euro (60 PS Trendline) unverändert. Eine Tatsache, die neben der hohen Wertstabilität, nicht nur Mutti an dem Polo lieben wird.

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