Skoda Rapid Spaceback – Der Volumenkombi

Skoda Rapid Spaceback – Der Volumenkombi

 

 

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Sven Jürisch

 

Was soll ein Kombi heute sein? Vernünftig, aber schick. Sportlich aber nicht übertrieben unvernünftig. Und halt, ehe wir es vergessen: Geräumig aber nicht zu groß, zum Parken. Gibt’s nicht? Doch, mit dem neuen Skoda Rapid Spaceback.

 

Skoda, simply clever. Den etwas strapazierten Werbespruch hat die Volkswagen-Tochter in der Vergangenheit eindrucksvoll mit praktischen aber dennoch irgendwie begehrenswerten Autos befeuert. Die Marke, einst graue Maus aus der Tschechei, hat sich gut entwickelt und liegt mit über 5% Marktanteil gut im Rennen. Doch neben all den Soccer Mumm Cars, wie dem Yeti oder dem Roomster, fehlte bislang ein kleiner schicker Kombi. Der ist nun da und heißt, ganz modern, Skoda Rapid Spaceback.

 

Wie Schick ist er?

 

Die Form des nur 4,30 Meter langen Kombis kann sich sehen lassen. In der Masse fällt er zwar nicht unbedingt auf, doch die Proportionen stimmen und man erkennt den Rapid Spaceback auf Anhieb als Skoda. Dazu suggeriert einem das Design Wertigkeit und Beständigkeit, eben das, was man von einem Mitglied der großen VW-Familie erwartet.

Wie solide ist er?

 

Äußerlich macht der Skoda Rapid schon mal eine Top-Figur. Alles sitzt ordentlich, die Spaltmaße sind knapp, wie bei den teureren Konzernprodukten und auch die Wertigkeit kommt dank etwas Chrom und viel dunklem Glas nicht zu kurz. Im Innenraum gibt es einigen Punktabzug für den etwas zu speckig glänzenden Kunststoff und die fehlenden Abdeckungen für Heckklappe und Eintrittsschweller. Das macht der Skoda aber wieder gut, durch satt rastende Schalter und wertig anmutende Chromdetails. Geschickt gemacht: Alles, was im direkten Blickfeld des Fahrers liegt, oder was man anfasst, ist von einer spürbaren Hochwertigkeit, während im verborgenen bisweilen der Rotstift regiert.

Wie geräumig ist er?

 

Hier räumt der Skoda ab. Trotz geringer Aussenmaße herrscht an Platz kein Mangel. Der variable Kofferraum fasst den Wochenendeinkauf genauso, wie das Urlaubsgepäck, Auf den hinteren Sitzplätzen ist ebenfalls genug Platz für zwei Erwachsene und vorne freut man sich über ein luftiges Raumgefühl. Keine Frage, so groß kann klein sein, wenn man ein intelligentes Raumkonzept hat. Zahlreiche Ablagen und ein bei Bedarf gekühltes Handschuhfach lassen auch den Kleinkram sowie die offenbar unausweichlichen Wasserflaschen verschwinden. Und selbst für das herumfliegende Handy hat der Rapid Spaceback eine klapperfreie Gummihalterung in der Mittelkonsole. Warum nicht gleich so?

Wie flott ist er ?

 

Auf diese Frage muss man ausweichend antworten. Wer sich für den 86 PS Basis-Benziner entscheidet und nur wenig Dynamik fordert, wird ausreichend bedient. Der Motor ist aber zu schwach, wenn der Rapid als Hauptauto auch mal über längere Strecken bewegt wird. Zudem gibt es mit der Einstiegsmotorisierung nur ein Fünfgang-Schaltgetriebe und etwas altmodische hintere Trommelbremsen. Deutlich besser ist es um die Dynamik mit dem 105 PS starken Benziner der zweiten Ausbaustufe des 1,2 Liter bestellt. Damit geht der Skoda recht ordentlich, hat ein Sechsgang-Getriebe und bremst mit Scheibenbremsen an der Hinterachse. Wer Dieseln will, wählt mit dem 90 PS starken Green Line Modell den einzigen Skoda Rapid Spaceback mit Start-Stopp Anlage und kommt auf günstige 3,8 Liter/100 Kilometer.

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Was kostet der Spaß?

 

Skoda fahren ist preiswert, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Verzicht auf Ausstattungs-Chichi und die Konzentration auf das Wesentliche machen sich im Preis bemerkbar. Los geht es in der sparsam ausgerüsteten Active–Version für 14.990Euro. Dann ist der Rapid allerdings eher rustikal ausgestattet und macht nicht so richtig Spaß. Ideal ist die mittlere Ausstattungslinie Ambition und der 105 PS Benziner oder Diesel. Diese Version gibt es ab 18.350 Euro und kann bei Bedarf entweder durch einzelne Mehrausstattungen, wie das große Glasdach oder eine brauchbare Navigation oder der höchsten Ausstattungsversion Elegance aufgestockt werden. Eine individuelle Vielfalt, die dem Rapid Spaceback in naher Zukunft einen festen Platz im Programm der kleinen Kombis sichern dürfte. Denn dieser Skoda hat mehr hinter seiner großen Klappe, als so manchem Konkurrenten lieb sein dürfte.

Skoda’s praktische Highlights:

Der kann was up. Volkswagen up! in der Cross Version

Der kann was up. Volkswagen up! in der Cross Version

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Sven Jürisch

Nun kommt auch der kleinste von VW in den Genuss einer „Cross“-Version Der Volkswagen Cross up! ist für alle die, die mal die geteerte Straße verlassen wollen. Rustikal mit Kunststoffplanken verkleidet und um 15 Millimeter höhergelegt trotz der Viertürer so manchen Schlaglochpisten. Der 75 PS Motor sorgt dafür, dass man auch in den Bergen flott vorankommt und wer je in deutschen Großstädten nach Parkplätzen gesucht hat, wird die kompakten Abmaße von Volkswagens kleinstem zu schätzen wissen. Klein ist auch der Preis, denn ab knapp 14.000 Euro steht der Cross up! Beim Händler. Na, dann nichts wie up!

Suzuki SX4 S-Cross – Das Hoch Gefühl

Suzuki SX4 S-Cross – Das Hoch Gefühl

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Sven Jürisch

Suzuki greift an. Jahrelang befanden sich die Japaner im Dornröschenschlaf und lockten mit dem Swift oder dem in die Jahre gekommenen Vitara kaum jemandem mehr hinter dem Ofen hervor. Doch jetzt setzt die Marke den Blinker links und präsentiert nach dem Swift Sport mit fünf Türen die nächste Neuheit. Der SX4 S-Cross nimmt die Stelle des  Allrounder ein, der so praktisch sein will, wie das Schweizer Klappmesser. Welche Qualitäten er hat klärt FrauinFahrt im ersten Test.

In welche Schublade passt der denn?

Der SX4 S-Cross wirft schon bei der ersten Begegnung Fragen auf. Denn was soll er sein? Ein vollwertiges SUV? Wohl kaum, denn die geringe Bodenfreiheit und edlen 17 Zoll Alufelgen lassen den Fünftürer bereits an der ersten Flußdurchfahrt scheitern. Doch mal ehrlich, wann hatten Sie das letzte Mal das Bedürfnis einen Fluß zu durchqueren? Eben. Also ist der SX4 S-Cross das, was so viele in seinem Segment sein wollen. Ein Typ für jeden Tag und für jeden normalen Weg, der sich in Mitteleuropa so findet. Daher nimmt es der SX4 S-Cross auch nicht krumm, wenn es mal auf Schotter -und Sandwege geht. Damit es nicht zu Kratzern am Lack kommt, gibt es rundum viel Plastik, nur schade, dass sich das nicht an den Prallflächen der Stoßfänger und den Türen wiederfindet, denn die leiden schon bei der ersten Einkaufsrallye und bekommen leicht häßliche Macken. Das umso eher, als es den heute eigentlich selbstverständlichen Parkpiepser nur in der Topversion Comfort+ gibt. Alle anderen Versionen müssen auf dieses nützliche Extra verzichten.

Suzuki SX4
Auch abseits befestigter Wege gut unterwegs-SX4 S-Cross

Mach auf die Tür

Dabei hat der SX4 S-Cross durchaus Shopping-Talente. Mit kompakten Abmaßen (Länge 4,30 Meter) und vier Türen sowie einer großen, weit öffnenden Heckklappe macht er sich gut, wenn es darum geht die Kleinen zur Kita zu bringen, den Wochenendeinkauf nach Hause zu karren oder auch mal einen Ausflug zu machen. Zahlreiche Staufächer im großzügigen Innenraum, leicht abwischbare Materialien und pflegeleichte Sitzbezüge erleichtern das Zusammenleben mit dem Suzuki. Das das Interieur nicht den edlen Touch der deutschen Premiummarken versprüht, muss man allerdings in Kauf nehmen. Suzuki ist in Sachen Innenraumhaptik zwar auf einem guten Weg, allerdings bleibt hier durchaus noch Raum für Verbesserungen. Und auch bei der Funktionalität gilt es Abstriche zu machen. Denn eine Fernentriegelung der Rücksitzlehnen vom Kofferraum aus sucht man ebenso vergebens, wie eine vollständig verkleidete Ladekante des Kofferraums oder ein schützendes Trenngitter an den hinteren Sitzlehnen.

Suzuki SX4 Kofferraum

Wenig Auswahl bei den Motoren

 

Auch wenn Suzuki als Motoradhersteller über viel Erfahrung im Motorenbau verfügt, im SX4 S-Cross merkt man davon wenig. Zur Auswahl stehen nur zwei Motoren, die zudem über die identische Leistung von 120 PS verfügen. Nach einer kurzen Runde in dem 1,6 Liter Benziner wird klar, dass diese Version vermutlich nur wenig ambitionierte Autofahrerinnen begeistern wird. Der Vierzylinder dreht lustlos und laut hoch, vermittelt wenig Fahrfreude und kann auch in Sachen Verbrauch in der Praxis nicht begeistern. Also schnell umsteigen, in den Diesel mit der gleichen Leistung. Der von Fiat beigesteuerte Motor benimmt sich schon besser. Er hat bei Bedarf ordentlich Dampf, um auch mal kräftig beschleunigen zu können, dreht zumindest halbwegs fröhlich hoch und macht auch in Sachen Verbrauch eine gute Figur. 4,2 Liter Diesel auf 100 KIlometern gibt Suzuki an und auf ersten Testfahrten schien zumindest ein Wert von unter fünf Litern realistisch. Dieses Ziel zu erreichen unterstützt Suzuki mit einer serienmäßigen Start/Stopp Anlage, die sich im Bedarfsfall auch abschalten läßt.

Automatisch besser mit Automatik?

Einen Motor hätten wir also schon, doch welches Getriebe wählen? Eigentlich ist das Schaltgetriebe gerade für den Daily Driver tot. Das ständige Kuppeln und Schalten mutet beim heutigen Verkehrsgeschehen an, wie aus einer anderen Zeit. Gründe für den Erwerb eines Schaltgetriebes gibt es daher eigentlich keine, es sei denn der Hersteller läßt einem keine Wahl. So verhält es sich bei Suzuki, denn die Japaner liefern für einen Mehrpreis von 1.500 Euro nur ein stufenloses Automatikgetriebe (CVT), was zumindest in der Vergangenheit durch die Bank weg kaum zu überzeugen vermochte. Da hilft es auch nichts, dass diese Arbeitserleichterung sowohl für die Allrad -als auch für die Frontantriebsversion lieferbar ist. Die bessere (und leider auch einzige Alternative) ist daher das Schaltgetriebe, dass allerdings mit nur fünf Gängen auskommen muss. Ein Wort noch zum optionalen permanenten Allradantrieb. Suzuki liefert ihn für jede der beiden Motorversionen für 1.700 Euro Aufpreis und läßt der Fahrerin die Wahl bei schwierigen Untergrundsituationen das richtige Traktionsprogramm mittels Drehschalter zu wählen. In der Praxis kann man dabei nicht viel verkehrt machen und der SX$ S-Cross wird sich nur in Ausnahmefällen wirklich festfahren. Ob man allerdings bei der geringen Bodenfreiheit den Allrad wirlich braucht, ist eine Geschmacksfrage, die man in St.Moritz sicher anders beantwortet, als imweitgehend Schnee freien Bremen.

Fahrprogramme
Drehregler für verschiedene Fahrprogramme

 

Discout-Preise ausgeschlossen

Ohne Frage, der Suzukis SX4 S-Cross ist ein gutes Auto für den Alltag. Mehr aber auch nicht. Weshalb also gerade ihn aus der Masse der Mid-Size SUV-Modelle auswählen, wenn auch die Konkurrenz zahlreiche Modelle im Angebot hat. Mit einem Grundpreis von 19.490 Euro greifen die Japaner mit dem Basismodell an. Wer etwas Luxus haben möchte, wird allerdings die 1.800 Euro Aufpreis für die Comfort Version bezahlen und erhält zum einen die Möglichkeit den Allradantrieb dazuzukaufen, zum anderen ein schlüsselloses Startsystem (kein schlüsselloses Einsteigen), Nebelscheinwerfer und eine Zweizonenklimaautomatik. Darf es etwas mehr sein? Dann geht es mit der Comfort + genannten Linie in die Bel Etage des Suzuki-Ausstattungsprogramms. Mäßig verarbeitete und Schweiß treibende Ledersitzbezüge samt Sitzheizung, ein offenbar nachträglich adaptiertes Naviagtionssystem mit  Bluetooth-Freisprechanlage sowie ein 7-Lautsprecher Soundsystem sollen dem Kunden glaubhaft machen, in der nächst höheren Fahrzeugklasse angekommen zu sein. Das das mit mindestens 25.090 Euro zu bezahlen ist, dürfte so manch einem Interessenten dann aber doch sauer aufstoßen, denn für diesen Preis bietet Konkurrent VW etwa den 122 PS starken Tiguan Trend&Fun mit 122 PS an, der zwar über weniger Ausstattung verfügt, aber in Sachen Verarbeitung, Wertstabilität und Image dem Suzuki überlegen ist.

Das Schiebedach ist das größte seiner Klasse, gibt's aber nur in der Top-Version
Das Schiebedach ist das größte seiner Klasse

Fazit: Mit dem Suzuki SX4 S-Cross ist Suzuki zwar ein respektables Auto geglückt, doch die Japaner treten mit einem Preis an, bei dem der Konsument zunehmend kritisch wird. Der Versuch, dem Anspruch durch eine reichhaltige Ausstattung zumindest halbwegs gerecht zu werden gelingt nur halbwegs. Verarbeitung, Technik und vor allem Materialauswahl vermögen beim SX4 S-Cross nicht den Erwartungen dieser Klasse gerecht zu werden.  Für einen nachhaltigen Markterfolg dürfte  es dem SX4 S-Cross auf dem deutschen Markt daher vor allem an einem einem brauchbarem Benziner und vor allem an einem deutlich günstigerem Preis fehlen.

Das gefiel:

-durchzugsstarker Dieselmotor mit niedrigem Verbrauch

-funktionaler, weil variabler Innenraum

-gute Sitzposition und akzeptables Raumangebot

-hohe Unfallsicherheit und zahlreiche Sicherheitsfeatures

-einfache Bedienung

Das missfiel:

-zäher und wenig leistungsstarker Benzinmotor

-nur mäßige Verarbeitung sowie haptische Ungereimtheiten

-teilweise unpraktische Detaillösungen

-wenig zeitgemäße Aufpreispolitik ( Einparkhilfe und Schiebedach bei einfachen Versionen nicht erhältlich)

-kein Sechsgang-Getriebe erhältlich

-keine Assistenzsysteme im Angebot

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